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Newsletter März 2025 Stephan Boehnke HR Consulting & Training

Newsletter März 2025 Stephan Boehnke HR Consulting & Training

31. März 2025

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‍Herzlich Willkommen Besucher ,

mit etwas Verspätung freue ich mich, Dir heute unseren aktuellen Newsletter zusenden zu können.

 

Ich hoffe, dass wir wieder interessante Themen für Dich ausgesucht haben. 

 

Herzliche Grüße

Stephan Boehnke

Foto Stephan Boehnke

Berliner Expert:innengespräche HR 

Eine kurze Rückschau

Am 13. und 14. März war es wieder so weit. In Räumen der ESCRIBA trafen sich Expert:innen aus dem HR-Umfeld, um sich über aktuelle Themen auf der BEX HR auszutauschen.

Dabei ging es auch um neue Technologien in HR, aber der Schwerpunkt lag diesmal auf einem anderen Gebiet. Die Nachwirkung der Bundestagswahl war noch bei allen Teilnehmenden zu spüren und daher ging es um die Frage: „Wie geht man eigentlich mit Mitarbeitende um, die selbst extreme Positionen einnehmen und auch im Unternehmen äußern?“.

Fakt ist, dass eben nicht jeder, der extreme Parteien wählt und sich kritisch gegenüber dem Mainstream äußert gleich in eine bestimmte politische Ecke gesteckt werden kann. Fakt ist auch, dass wohl schon jeder von uns das ein oder andere Mal am System gezweifelt hat. Und es ist auch Fakt, dass eine rechtsextreme Partei über 20 % der Stimmen in einer Bundestagswahl erhalten hat.

Was also tun? Denn wenn jeder 5. Wahlberechtigte AfD wählt, werden auch AfD Wähler:innen in unseren Unternehmen tätig sein. Wie kommt man mit Menschen ins Gespräch, die offensichtlich den Glauben in unser System verloren haben? Denn ich kann und will nicht glauben, dass das alles Extremisten sind. Ich bin eher davon überzeugt, dass gebrochene Wahlversprechen, bewusste Lügen von Politiker:innen und das Wirtschaften in die eigene Tasche dazu geführt hat, dass man „gegen die da oben“ wählt. Wir Personaler wissen, dass Entscheidungen nicht im Kopf auf Basis von Fakten getroffen werden, sondern hauptsächlich auf Basis von Emotionen. Genau diese Emotionen werden von Populisten bedient und machen sie so erfolgreich. Was kann man also dagegenstellen?

Meine spontane Idee war faktenbasierter Populismus. Was das ist? Na, ich würde gern Fakten so simpel und einfach verpacken, dass sie Emotionen wecken und möglichst leicht verstanden werden. Unser Problem ist doch häufig, dass wir stundenlang erklären wie, was miteinander zusammenhängt und warum man daher dieses oder jenes tun muss. Keiner versteht am Ende mehr um was es geht. Dann kommt eine sehr einfache (allerdings nie funktionierende) scheinbare Lösung für ein Problem und schon sind mehr oder weniger alle dafür. Wir haben häufig die intellektuelle Lufthoheit, sind damit aber nicht erfolgreich. Warum? Weil uns die meisten nach kurzer Zeit gar nicht mehr zuhören. Es ist viel zu kompliziert und das will keiner. Sicher, die Welt ist komplex und die Lösungen von Problemen auch, aber das will eben keiner mehr hören. Darüber hinaus hat die Vergangenheit gezeigt, dass Verantwortliche in Top Positionen zu oft zur Selbstbedienung neigen.

Um hier die Stimmung kippen zu können, müssen wir in den Dialog mit den kritischen Menschen kommen und sie nicht als Rechtsaußen abtun. Wir müssen komplexe Dinge einfach rüberbringen, populistisch eben. Wir dürfen uns nicht in aufwendigen Erklärungsversuchen verzetteln, sondern Dinge auf den Punkt bringen und dabei eben auch ehrlich sein.

Was sich jetzt gerade nach der Wahl abspielt, ist leider das genaue Gegenteil. Leute, die gegen eine Reform der Schuldenbremse gewettert haben, wollen jetzt die größte Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik. Es soll nicht gespart, sondern fröhlich verteilt werden. Das wird leider immer mehr Menschen am System zweifeln lasse und in populistische Hände treiben.

Gerade Unternehmen haben hier eine gesellschaftliche Verantwortung. Auch im eigenen Interesse müssen Unternehmen sich daher klar und deutlich positionieren und auch oder vor allem die kritischen Stimmen in den eigenen Reihen ernst nehmen und mit Ihnen in den Dialog treten.

 

Die Diskussionen auf der BEX HR hierzu waren hochspannend. Ich bin gespannt, wie sich HR-Bereiche hier als Wegbereiter positionieren können. Das wäre tatsächlich mal eine strategische Aufgabe für HR.

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Der Störfaktor Mensch

Probleme bei der Digitalisierung

Ich bin ursprünglich gar kein Personaler. Ich habe „Automatisierung der Verfahrenstechnik“ studiert. Als Ingenieur durfte ich an der Automatisierung in Berliner Kraftwerken mitwirken. Die Abläufe in solchen technischen Anlagen kann man durchaus als komplex beschreiben, aber es kann in diesen Anlagen ein sehr hoher Automatisierungsgrad erreicht werden. Die Basis dafür sind die Naturgesetze und das war es auch schon.

Ist man in administrativen Bereichen hört man häufig von komplexen Prozessen. Kleiner Spoiler: Komplexe Prozesse gibt es in der Verwaltung nicht – nirgends!!!

Administrative Prozesse sind kompliziert aber nie komplex. Kompliziert sind sie immer dann, wenn das zu Grunde liegende Regelwerk so formuliert ist, dass kaum jemand versteht, was gemeint ist. Solche Formulierungen sind typisch für Gesetze und in HR auch für Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen. Dennoch ist es gut zu wissen, dass den administrativen Prozessen eigentlich immer ein Regelwerk zu Grunde liegt.

Wenn ich in Unternehmen komme und Digitalisierungsprojekte begleite frage ich zuallererst nach dem Regelwerk zum Prozess. Häufig schaue ich dann in fragende Gesichter. Den meisten Organisationen ist gar nicht bewusst, dass sie bereits nach diesen Regelwerken tätig sind. Nur eben analog und nicht digital. Das schöne an diesen Regelwerken ist, dass wir manuelle Prüfschritte, die in den Regelwerken beschrieben sind, sehr gut digitalisieren können. Eine Regel kann ich immer in einen Algorithmus packen und somit von einer Maschine ausführen lassen. Das führt zu einer erhöhten Prozesssicherheit und Prozessgeschwindigkeit. Es ändert sich mit der Digitalisierung auch die gesamte Arbeitswelt der Prozessbeteiligten.

Genau da liegt das Problem! Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und auf Änderungen in unserem Umfeld reagieren wir sehr individuell. Daher ist eine der größten Herausforderungen in Digitalisierungsprojekten nicht die Kompliziertheit der Prozesse selbst, sondern das Verhalten der am Prozess beteiligten Menschen.

Kleines Beispiel:

Der Vorstand wünscht sich eine umfassende Digitalisierung der Arbeitswelt. Es wird ein Projekt umgesetzt und Geschäftsprozesse werden digital abgebildet. In einigen Prozessen ist auch der Vorstand beteiligt, der in alter Gewohnheit E-Mails ausdrucken lässt und Antworten zu den Mails diktiert. Leider ist auf der ausgedruckten Mail kein Button für den Freigabeprozesse und die Compliance-Anforderungen verbieten es, dass die Berechtigung vom Vorstand auf das Sekretariat übertragen wird. Schon bleibt der Prozess hängen – interessanterweise bei dem, der ihn so haben wollte. – Kommt das jemanden bekannt vor? –

Der „Störfaktor“ Mensch ist die größte Herausforderung in Digitalisierungsprojekten. Der Mensch macht nun mal in der Regel nicht das, was er soll, sondern das, was wer will. Daher sehen wir solche Projekte immer als Transformationsprojekte und nicht als rein technische Projekt.

 

Wer mehr darüber erfahren will oder an einem Austausch interessiert ist, kann gern nachfolgend einen Termin vereinbaren.

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Verkehrschaos in Berlin

Wurde Berlin kaputtgespart?

Solche oder ähnliche Überschriften konnte man in der Berliner Tagespresse in den letzten Wochen lesen. Der Grund: Eine sehr wichtige Brücke der Berliner Stadtautobahn ist einsturzgefährdet und musste gesperrt werden und das wohl für mehrere Jahre.

Als gebürtiger Berliner erlaube ich mir mal folgenden Hinweis: Berlin kann gar nicht kaputtgespart worden sein, denn in Berlin wurde nie gespart!

Wir „Großfressen“ haben das Geld immer mit vollen Händen ausgegeben und machen das auch heute noch. Das Problem ist nur, wir geben das Geld für die falschen Dinge aus. Lieber ein Prestige-Objekt als eine sinnvolle Investition. So ist das leider. Aktuell haben wir den größten Berliner Haushalt im Budget, mit ca. 40 Mrd. €. So viel Geld hatte der Berliner Haushalt noch nie zur Verfügung. Zuvor waren noch 3 Mrd. mehr geplant, die dann nicht ausgegeben werden durften (eine durchaus sinnvolle Idee). In ganz Berlin wurde dann über die fürchterlichen Sparmaßnahmen des Senats diskutiert. Fakt ist allerdings, dass trotz Kürzung des Plans um 3 Mrd. €, der größte Haushalt in Berlins Geschichte zur Verfügung steht. Es wurde also nicht im Ist gekürzt, sondern der Zuwachs wurde reduziert. Wenn irgendein Bereich also tatsächlich weniger als im Vorjahr hatte, dann hat wohl ein anderer Bereich mehr bekommen.

Würde man wirklich sparen wollen, dann hätte man vielfältige Möglichkeiten. Mir ist bis heute nicht klar, dass staatliche Hochschulen, Eigenbetriebe und jeder Bezirk eigenständige Querschnittsfunktionen hat und zum Teil auch eigenständige Rechenzentren betreiben. Als hätte man in Berlin noch nie etwas von Ressourcenbündelung gehört. Gerade in Zeiten, in denen Fachkräftemangel herrscht wäre es doch sinnvoll Know How und Ressourcen zu bündeln. Es sind aber nicht ansatzweise Aktivitäten zu erkennen, die in diese Richtung führen. Immerhin hat man einiges in Richtung Digitalisierung der Verwaltung erreicht. Die Verwaltungsreform ist in der Diskussion und geht in die richtige Richtung. Dennoch können noch gewaltige Potenziale gehoben werden, wenn man mit dem Sparen anfangen würde.

Kaputt ist so einiges in Berlin, aber wohl eher, weil in der Vergangenheit Prioritäten falsch gesetzt wurden.

Noch eins zum Schluss: Ich mag diese Stadt! Ich lebe gern hier und lebe auch mit den vielen Unzulänglichkeiten. Ich liebe es spontan zu entscheiden, ich will heute was erleben und dann kann ich mir sogar aussuchen was, da das Angebot so breit ist. Ich hoffe sehr das dies alles erhalten bleibt und man letztlich dort spart, wo es am wenigsten weh tut und wo es auch wirklich Sinn ergibt.

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eRecht24
Siegel Top Berater

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